ASCHaffenburg – Empathie und Trauer prägten den Gedenkgottesdienst am Dienstag in Aschaffenburg, der vier Tage nach einer tragischen Messerattacke stattfand. Bei dieser Gewalttat verloren zwei Menschen ihr Leben, darunter ein 41-jähriger Familienvater und ein zwei Jahre alter Junge.
Stiftspfarrer Martin Heim sprach in seiner Ansprache von tiefer Trauer: "Heute sind wir voll Trauer. Wir sind verletzt über diese brutale Tat." Sein Mitgefühl galt den Opfern und ihren Angehörigen.
Der Bischof von Würzburg, Franz Jung, würdigte den mutigen Einsatz des Vaters, der sich schützend vor die Kinder geworfen hatte. "Er war ein wahrer Held", sagte Jung.
Zischan Mehmood, der Imam der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, die zur Familie des getöteten Kindes gehört, sprach ebenfalls während der Trauerfeier. Er warnte vor der Instrumentalisierung solcher Tragödien für politische Zwecke und betonte, dass sowohl der Täter als auch ein Opfer einen Migrationshintergrund hatten. "Der Junge stammte aus einer marokkanischen Familie", erklärte Mehmood und bezeichnete den getöteten Vater als "Sinnbild der Mitmenschlichkeit".
Besondere Gäste waren auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Beide besuchten zuvor den Tatort im Park, wo die Messerattacke stattfand, und legten Kränze nieder. Söder bedauerte die „unfassbare Tat an einem scheinbar friedlichen Ort“ und betonte: "Wir reagieren besonnen und entschlossen. Politische Fragen werden da sicher noch diskutiert werden, aber heute fühlen wir mit, heute trauern wir mit."
Der Gedenkgottesdienst wurde auf einer Leinwand auf dem Stiftsplatz übertragen, wo sich zahlreiche Menschen versammelten, um den bewegenden Moment zu verfolgen. Die Veranstaltung brachte die Gemeinschaft zusammen und zeigte, dass in Zeiten der Trauer auch Solidarität und Mitgefühl entstehen können.
Aschaffenburg Gedenkgottesdienst Messerattacke Opfer Trauer